Glaubt man den Ankündigungen der Firmenchefs, dann müsste es heuer ein echtes Boom-Jahr bei Übernahmen und Fusionen werden. In der Realität ist davon noch nicht so viel zu spüren. Nach den krisenbedingt mageren Jahren im Geschäft mit Fusionen und Akquisitionen (M&A) und den wieder gut gefüllten Kriegskassen der Unternehmen sind viele auf der Suche nach Zukäufen.

In den ersten drei Monaten gab es insgesamt 83 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 721 Millionen €, geht aus der aktuellen Studie des Institute of Merger, Acquisitions and Alliances (IMAA) hervor.

„Aber nur weil der Bräutigam willig ist, heißt nicht, dass er auch eine Braut findet“, sagt Christopher Kummer, Chef des IMAA: „Die Unternehmen schauen sich zwar um, aber das hat sich noch nicht in echten Deals niedergeschlagen.“

Kummer hat den Markt unter die Lupe genommen und kam zu dem Ergebnis, dass zwar die Anzahl der Transaktionen im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal 2010 um neun Prozent zugenommen hat, das Transaktionsvolumen ist hingegen um 83 Prozent eingebrochen. Im Vergleich auf Jahresbasis ist die Zahl der Deals aber deutlich gestiegen.

Nach wie vor konzentriere sich die Übernahmeaktivität auf strategische Investoren. „Hedgefonds und Private Equity Fonds spielen immer noch keine bedeutende Rolle“, so Kummer. Der größte Deal im ersten Quartal war die Übernahme der polnischen EFG Eurobank durch die Raiffeisen Bank International um 490 Millionen €.

Für das erste Halbjahr erwartet der Experte, der auch an der Webster University lehrt, zwar eine Zunahme bei der Zahl der Deals, aber das Volumen der Transaktionen sieht er unter dem Vorjahreswert. Mit einem Aufschwung rechnet Kummer dann im zweiten Halbjahr.

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